Brief an Alice Bensheimer, Datum unbekannt, Hamburg-Blankenese / Seite 3

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halt nichts mehr anschaffen, das Mannheimer Kleid
war zu viel u. der Wintermantel war zu viel.
Ich hab tatsächlich das Geld nicht dafür.— Das schreib ich
Dir so ungern, mein Lottchen, weil niemand
sich so mitverantwortlich für mich fühlt wie Du.
Aber es fällt mir so schwer Dir was zu verschweigen;
schon über die Schmerzen schrieb ich 3 Wochen lang
nichts um Dir das Herz nicht schwer zu machen.
Dies ist heut der erste Tag seit ich zu Haus bin; man
kann nicht einfacher leben wie wir es tun. Mein
Luxus ist der tägliche Obstsalat, 1 Apfel, 1 Apfelsinne und
Nüsse. Das bekomme ich mittags u. abends. Ich finde
es besser wie alle Delikatessen. Aber Guste sagt, es
gäbe keinen billigeren Nachtisch. Ich esse oft nur Ge-
müsesuppe u. Obstsalat. Übrigens eine Bitte: könntest
Du mir von Deinem Apothekerfreund etwas getrock-
neten Dill oder Dillpulver besorgen? Die Mayonaise
zum Rohsalat ist mir übergeworden.
Nochmals Bridge: Wir wechseln ja nach Robber. Da
kann so was wie mit Ed. L. nicht vorkommen, weil der
Schmerz kurz dauert.

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